Schadsoftware/Malware

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Version vom 21. Oktober 2026, 16:22 Uhr von Thomas.will (Diskussion | Beiträge) (Kompakte Fassung: drei Fragen, heutige Wege, Theorie->Praxis (ClamAV/Suricata/SIEM); alte Virenarten als Vertiefung verlinkt)
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Schadsoftware/Malware

Malware (aus malicious und software) sind Programme mit unerwünschter, schädlicher Funktion. Umgangssprachlich heißt alles „Virus“, fachlich ist der Virus nur eine von vielen Arten.

Einordnen mit drei Fragen

1. Wie verbreitet sie sich?
  • Virus: hängt an einem Wirt, wird erst aktiv, wenn man ihn ausführt.
  • Wurm: verbreitet sich selbstständig über Schwachstellen im Netz, ohne Zutun (z. B. WannaCry).
  • Trojaner: tarnt sich als nützlich, der Benutzer startet ihn selbst (siehe Backdoor).
2. Was tut sie?
  • Ransomware: verschlüsselt Daten, oft vorher kopiert (Erpressung: zahlen, sonst Veröffentlichung).
  • Infostealer: stiehlt Passwörter und Sitzungs-Cookies (umgeht damit sogar MFA).
  • RAT / Backdoor: Fernsteuerung. Bot: Teil eines Botnetzes. Wiper: zerstört. Miner: schürft auf fremde Kosten.
3. Wie versteckt sie sich?
  • Rootkit: versteckt sich vor dem System. Polymorph: ändert bei jeder Kopie ihre Signatur.
  • Dateilos: missbraucht Bordmittel wie PowerShell, es liegt keine verdächtige Datei auf der Platte.

Wie sie heute reinkommt

  • Phishing-Mail, Schwachstelle in einem erreichbaren Dienst, gestohlene Zugangsdaten, Lieferkette.
  • Office-Makros sind seit 2022 standardmäßig blockiert, Angreifer weichen auf ISO-, LNK- und OneNote-Dateien aus.
  • Moderne Malware kommt in Stufen und baut einen C2-Kanal von innen nach außen auf, meist über HTTPS (Port 443). Für die Firewall sieht das aus wie Surfen. Deshalb zählt auch der ausgehende Verkehr.

Theorie → Praxis

Wie Malware in diesem Kurs praktisch erkannt und geblockt wird:

Prinzip Praxis im Lab
Virenscan im Datenstrom OPNsense Squid ClamAV – Test mit der harmlosen EICAR-Datei
C2- und Angriffsmuster im Netz erkennen OPNsense Suricata
Auffälligkeiten zusammenführen (ausgehender Verkehr, Beaconing) SIEM

Schutz

  • Patchen, Virenschutz mit Verhaltenserkennung (EDR), keine Admin-Rechte im Alltag, MFA.
  • Ausgehenden Verkehr filtern (Proxy, DNS), Netz segmentieren.
  • Datensicherung nach 3-2-1 mit einer Offline-Kopie – gegen Ransomware am Ende das Entscheidende.

Merksatz

Virus braucht einen Wirt, Wurm braucht keinen, Trojaner braucht dich | moderne Malware kommt in Stufen und telefoniert über 443 nach Hause | Signaturen erkennen Bekanntes, Verhalten erkennt Neues

Vertiefung

Klassische Virenarten (DOS- und Windows-Zeit), zum Nachschlagen:

Siehe auch